Damit sie alle eins seien...

Dieser Gedanke des Einsseins aus dem hohepriesterlichen Gebet des Herrn Jesus (vgl. Joh. 17, 21) ist bei ökumenischen Veranstaltungen ein viel zitiertes Wort. Richtig ist dabei, dass Jesus für seine Jünger bat und dieses Wort damit zunächst unmittelbar für jene Gültigkeit erlangen sollte, die durch ihr Wort an Jesus glaubten. Bei der Thematik, ob diese enge Auslegung dem Sinn Jesu entspricht, stellt sich die Frage: Gäbe es eigentlich eine Neuapostolische Kirche, wenn nicht über Jahrhunderte, ja über Jahrtausende, Christen ihren Glauben und ihre Traditionen gepflegt und weitergebenen hätten?

Dass wir heute innerhalb des Christentums eine bunte Vielfalt an Konfessionen haben, ist der Frage geschuldet, wie Gott in Jesus Christus Heil vermittelt. Die Verschiedenheit ist nicht das Ergebnis der Frage, ob Gott in Jesus Heil vermittelt. Wohl aber steht es uns Christen, in einer Welt zunehmender Gottentfremdung, gut zu Gesicht, wenn wir gemeinsam herausstellen, dass Gott in Jesus und durch das Zeugnis der Christen allen Menschen das Heil, ewige Gemeinschaft mit ihm und seinem Sohn, anbieten möchte.

In der „Vision 2014“ wurde durch Bezirksapostel Klingler unter anderem der ökumenische Leitsatz geprägt: „Die Gemeinde wird von ihrer Umgebung positiv wahrgenommen und sieht sich als Teil christlichen Lebens in der Stadt, der Region ...“. 

In diesem Sinn konnten insbesondere zu unseren katholischen Schwestern und Brüdern in Plauen schöne Kontakte hergestellt werden, die in einem Gespräch zwischen Hirte Karsten Treiber und Dekan Heinz-Claus Bahmann bereits am 1. September 2009 ihren Anfang nahmen.

Einen vorläufigen Höhepunkt fanden diese gegenseitigen Bemühungen um ein schönes Miteinander der Christen in Plauen, indem uns unsere katholischen Geschwister ihre Kirche und ihr Gemeindehaus während der Zeit der Renovierungsarbeiten des neuapostolischen Gemeindezentrums selbstlos zur Verfügung stellten. Auf Anfrage bei Dekan Bahmann wegen einer Nutzung vorgenannter Räumlichkeiten der katholischen Kirche kam die spontane Aussage: „Dafür sind wir Christen da, um uns gegenseitig zu helfen!“

Wir bedanken uns bei unseren katholischen Schwestern und Brüdern ganz, ganz herzlich und empfinden dies als ein Stück wahre gelebte Ökumene. Gleichzeitig hat sich unser Horizont erweitert und wir haben manches lernen dürfen, was unseren katholischen Mitchristen wichtig und heilig ist. – Verständnis kommt von verstehen.