Glauben – Lieben – Helfen

Am Sonntag, dem 21. Januar, diente Bischof Ralph Wittich den Geschwistern der Gemeinden Plauen und Jößnitz im Gemeindezentrum in Plauen. Dem Gottesdienst lag das Bibelwort aus Lukas 7, die Verse 47 und 48 zugrunde: „Deshalb sage ich dir: Ihre vielen Sünden sind vergeben, denn sie hat viel Liebe gezeigt; wem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig. Und er sprach zu ihr: Dir sind deine Sünden vergeben.“

Der Pharisäer Simon hatte Jesus in sein Haus eingeladen. Dort diente auch eine Sünderin dem Herrn, indem sie seine Füße mit ihren Tränen wusch und mit ihrem geöffneten Haar trocknete. Danach küsste und salbte sie die Füße des Herrn mit Salböl – einem teuren und besonderen Öl.

Jesus und der Pharisäer sahen diese Sünderin aus unterschiedlichen Perspektiven: Für den Pharisäer war es eine Jüdin, eine Frau aus der untersten Bevölkerungsschicht und ohne Rechte, er verachtete sie. Der Herr aber sah in ihrem Herzen Reue und Demut, denn sie diente ihm mit all ihrer Liebe und dem Bewusstsein ihrer Sünden. Jesus vergab ihr alle ihre Sünden und gab ihr damit ihre Würde wieder zurück.

Mit welchen Augen sehen wir manchmal Bruder und Schwester?

Als Mensch neigt man oft zur Überheblichkeit, da man meint, dass andere sich ändern sollten. Dabei geht der Blick in den Spiegel oftmals an uns selbst vorbei. Mit Liebe, Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit Gott und den Menschen gegenüber wollen wir unser Leben als Christinnen und Christen führen. Das fällt uns Menschen nicht leicht. Wenn wir uns selbst ehrlich betrachten, mit uns „Klartext“ reden, können wir würdig die Vergebung der Sünden immer wieder neu hinnehmen.

Wer an Jesus glaubt und ihn liebt, der hat alles. Mit der Liebe Jesu im Herzen und der Verbindung zu Gott im Gebet, kann man anderen – unabhängig des Standes in der Gesellschaft – eine Hilfe und Stütze sein. Diese mitmenschliche Solidarität beschränkt sich nicht nur auf das Gebet, sondern beinhaltet die in die Praxis umgesetzte tätige Nächstenliebe. Denn ein Glaube ohne Werke ist ein toter Glaube.

Gott nimmt sich die Freiheit, einem jeden Menschen gütig zu sein. Deshalb wollen wir uns mit allen freuen, denen er Liebe, Gnade und Hilfe zuteil werden lässt. Denn sie dürfen Jesus ganz in ihrem Herzen haben. Wir wollen bleiben an seiner Hand, in seiner Liebe und immer mehr in das Wesen Jesu Christi hineinwachsen.

Der Gottesdienst wurde musikalisch umrahmt vom Gemeinde- und Jugendchor, sowie von Instrumentalisten der Gemeinde Plauen. Zum Mitdienen wurde Bezirksältester Stefan Standke an den Altar gerufen.