Gemeinsam – In your name

"Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen: Lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit; mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern singt Gott dankbar in euren Herzen." (Kolosser 3,16) Treffender konnte die Tageslosung für diesen Samstag nicht sein.

Da Stammapostel Jean-Luc Schneider zum IKT in München das Abschlusskonzert mit dem GospelproJekt nicht besuchen konnte, beinhaltete das Programm am 12. Juli 2014 in Plauen einen Querschnitt aus diesem Konzert. Aber nicht nur das. Die Musi(k)ids, der Kinderchor des Kirchenbezirkes Plauen, waren mit in das Programm einbezogen worden. Sina Sammler (12) moderierte die Programmpunkte der Musi(k)ids an, während die Dirigenten in bewährter Weise ihre Ansagen auf die Titel des GospelproJekts bezogen.

Noch vor Konzertbeginn begrüßten die Musi(k)ids gemeinsam mit dem GospelproJekt den Stammapostel bei seiner Ankunft vor der Kirche mit einem „Hosanna – Halleluja“ und ernteten damit den ersten Beifall.

Nachdem der Stammapostel und seine Begleitung in der Kirche Platz genommen hatten, wurde es andächtig still im Kirchenraum. Nur das Orchester hatte schon Platz genommen und die Instrumente gestimmt. Die Seitentür des Kirchenraumes öffnete sich und die SängerInnen strömten mit schwenkenden IKT-Schals und ihrem orangefarbenen IKT-Outfit in Richtung Bühne, während die Kinder auf den ersten Bänken Platz nahmen.

Bei seinen Begrüßungsworten betonte der Stammapostel, dass er sich sehr auf das Konzert freue. In jüngster Vergangenheit sei er in Nairobi von einem zahlenmäßig riesigen Chor empfangen worden. Im Gegensatz dazu hätten ihm in Bulgarien fünf Glaubensschwestern christliches Liedgut in türkischer Sprache zu Gehör gebracht. Es komme nicht so sehr auf die Menge der Vortragenden an oder auf die Qualität, sondern auf die Herzenseinstellung der Glaubensgeschwister – jeder gibt sein Bestes aus tiefster Glaubensüberzeugung.
Nach dem Gebet, in welchem er um Freude und Gelingen bat, begann das Konzert.

Lobpreis Gottes aus tiefstem Herzen

Jesus Christus zu loben und zu preisen, ihm Dank aus der Tiefe der Herzen entgegenzubringen – so begann das Konzert mit „Agnus dei“ (Lamm Gottes), gefolgt vom EJT-Song von 2009 „Come to my Jesus“. Das Publikum wurde vom Rhythmus angesteckt und klatschte kräftig mit. Die Einladung der Musi(k)ids mit „Komm mit, schlag ein“ und „Komm, sag es allen weiter“ ließ die Frage aufkommen: Ja, was wollen wir denn weitersagen? Jesus, unser Freund, hat es uns vorgelebt: Wir wollen unseren Glauben bekennen und weitertragen in unser Umfeld.

Gott, der Herr, ist vollkommen und gerecht zu jedermann; er ist ein guter Gott. Ehrfurcht und Dankbarkeit für all das, was das GospelproJekt im Jahr 2014 erleben durfte, so Dirigent Thomas Hinzke, spiegelte „Heilig ist der Herr“ (Albert Frey) wider.
Als Christen wollen wir uneingeschränkt „Ja!“ zu seinem Evangelium sagen und unser Leben danach ausrichten: „The Gospel of Jesus Christ – YES!“ erklang – voller Überzeugung und Freude darüber, ein Christ zu sein.
Gott liebt jeden Menschen so, wie er ist, mit all seinen Fehlern und Schwächen. Nicht nur denjenigen, der sich zu ihm bekennt, sondern ALLE Menschen. Wir müssen selbst unsere Fehler er- und bekennen und den Herrn um Vergebung bitten. Diese Gedanken unterstrich das GospelproJekt mit dem Lied „Wo ich auch stehe“, in welchem es heißt: “...Und ich danke dir, Gott, dass du mich kennst und trotzdem liebst.“

Gemeinsam mit dem GospelproJekt sangen die Musi(k)ids einen afrikanischen Freiheitssong. „Ipharadisi“ – das ist Zulu. Dieses Lied handelt vom Paradies und wie es dort sein wird: ein Ort voller Liebe, Gemeinsamkeit und Freude. Für viele Menschen, die inmitten von Not und kriegerischen Auseinandersetzungen leben, unvorstellbar.
Reichtum und Armut, Krieg und Frieden sind vom Menschen geschaffene Gegensätze, das brachte Sina Sammler in ihrer Moderation zum Ausdruck. Gott schuf auch Gegensätze wie zum Beispiel Lachen und Weinen oder ... Französisch und Deutsch. „A world of difference“ – jeder von uns hat seinen Platz, damit aus der Welt der Gegensätze eine Welt des konstruktiven Miteinanders und der Liebe wird.

Nach dem vorletzten Programmpunkt, dem Gospelmedley, arrangiert für Chor, Orchester und Band vom evangelischen Kantor Jörg Lehrmann, wurde Stammapostel Schneider ans Dirigentenpult gerufen. Im Namen des GospelproJekts bekam er von den Dirigenten ein gerahmtes Bild der beiden Ensembles mit allen Unterschriften darauf überreicht. Dirigent Thomas Hinzke fragte den Stammapostel, wo er denn die vielen Geschenke, welche er während seiner zahlreichen Reisen bekommt, aufbewahrt. Stammapostel Schneider antwortete darauf, dass er ein großes Büro in Zürich habe, wo er aber selten sei... Ein kleiner Glaubensbruder von den Musi(k)ids überreichte dem Stammapostel ein Präsent mit den Worten: „Die Musi(k)ids haben auch noch ein Geschenk für Sie, Herr Stammapostel.“ Die Freude über diesen ehrlichen kindlichen Ausdruck ließ alle im Raum schmunzeln.

Das Schlusslied „Amazing Grace“ verdankt seine Entstehung einem Schlüsselerlebnis seines Autors John Newton, der Kapitän eines Sklavenschiffs war. Nachdem er am 10. Mai 1748 in schwere Seenot geraten und nach Anrufung Gottes gerettet worden war, behandelte er zunächst die Sklaven menschlicher. Nach einigen Jahren gab er seinen Beruf sogar ganz auf, wurde stattdessen Geistlicher und trat gemeinsam mit William Wilberforce für die Bekämpfung der Sklaverei ein.
Diesen Gedanken griff der Stammapostel in seinen Schlussworten nochmals auf und wies darauf hin, welche Kraft im Evangelium liegt. Nie hat die Menschheit jemals ihren Glauben und das Lachen verloren, egal wie groß das Leid auch war, welches durchlebt werden musste. Auch heute gibt es viel Not und Leid auf der Welt, und gerade unter diesen Notleidenden gibt es viele, die auf die Hilfe in Jesus Christus hoffen und auf die Kraft des Evangeliums vertrauen.

Nutzen wir als Christen die Kraft, die wir in uns tragen dürfen, tagtäglich, um noch viele dem Evangelium zuführen zu können, gemäß der Worte unseres Stammapostels: Mit Liebe ans Werk; geben ist seliger als nehmen.

Bezirksapostel Wilfried Klingler sprach das Schlussgebet, worin er den Dank für das Erlebte dem lieben Gott entgegenbrachte. Danach wünschte er für den darauffolgenden Sonntag viel Frieden und Freude in den Herzen der Gottesdienstbesucher.

Text/Fotos: K.Mr.