Vom 7. bis 9. Juni 2025 weilten die Lichtenberger in der Jugendherberge „Alte Feuerwache“ in der Plauener Innenstadt. Bezirksvorsteher Karsten Treiber begrüßte die Berliner Geschwister in der Kirche in Plauen und die musikalische Stunde wurde mit einem Gebet begonnen. Mit wenigen einleitenden Worten wurde schnell eine stimmungsvolle Atmosphäre geschaffen, ehe der „Stab“ an die Akteure übergeben werden konnte.
Die Sauer-Orgel op. 2099, dieses, den Lichtenbergern liebgewonnene Instrument, wurde während des Konzertes in all seinen Klang-Facetten stimmungsvoll den zahlreichen Zuhörern im Kirchenschiff zu Gehör gebracht. Kräftige, laute Klänge wechselten sich ab mit den allerleisesten Tönen. Diese Klangvielfalt ließ so machen der Zuhörer erstaunen. Die Sänger sangen voller Freude und spürbarer Emotionen mit „ihrer“ Orgel – die Augen aller strahlten und die Gefühle schwappten auf die Zuhörer über. Die Zuhörer waren in das Konzert mit dem gemeinsam gesungenen Lied „Du heil’ger Geist, bereite ein Pfingstfest nach und fern“ – mit Orgelbegleitung – eingebunden.
Die geschichtliche Entwicklung der Orgel in der Kirche Berlin-Lichtenberg konnte in den Zwischenmoderationen vorgestellt werden. Beispielsweise sangen zwei Brüder aus dem Chor bereits als Kinder im Lichtenberger Kinderchor mit dieser Orgel – heute sind sie gestandene Brüder im Werke Gottes.
Viele Personen wurden in diesem Zusammenhang namentlich genannt. Beispielsweise der seit 1967 Berlin-Lichtenberger Schulchordirigent und langjährige Priester Dieter Bock, der sich unter anderem um den Orgelspielernachwuchs und deren Ausbildung in Lichtenberg verdient gemacht hatte. Aber nicht nur das. Er war Dirigent in der Gemeinde, komponierte und arrangierte viele Lieder für Chor und Orgel und hat verschiedenes christliches Liedgut für Orgel und Chor sozusagen ver“bock“t. Nur ein verschwindend kleiner Teil davon kam in Plauen zum Vortrag und wurde mit Standing ovations belohnt.
Zum Konzertabschluss bedankte sich der Vorsteher, Evangelist Ronny Glaß, bei den Lichtenberger Gästen für das wohltuende Konzert. Die Akteure bekamen zur Erinnerung eine Kaffeetasse mit Motiven „ihrer“ Orgel, so wie sie in Lichtenberg war, und einem Motiv, wie sie heute in Plauen ist, überreicht. Diese Überraschung war so gut gelungen, dass es bei allen Freudentränen voller Dankbarkeit auslöste. Nach dem Konzert gab es ein kleines Grillfest für alle Anwesenden. Dazu hatten die Plauener vieles an Getränken, Grillgut und Salaten vorbereitet.
Den Übertragungsgottesdienst mit dem Stammapostel am Pfingstsonntag erlebten die Berliner gemeinsam mit den Plauener Geschwistern. Nach dem Gottesdienst sang der Chor Cantus Mixtura voller Dankbarkeit noch ein Abschiedslied: es erklang das bekannte Lied „Singet dem Herrn ein neues Lied“ mit Chor und Orgel (Video).
Am Nachmittag wurde bei einer historischen Stadtführung, die der Bezirksvorsteher und vormalige Plauener Vorsteher Karsten Treiber durchführte, Interessantes und Wissenswertes den Berliner Gästen und interessierten Plauener Geschwistern mit Sachverstand und einer Portion Humor entgegen gebracht. Während der Tour entlang der alten Grenzen Plauens und den damit verbundenen historischen Gebäuden und Ereignissen, überraschte ein starker Regenschauer die Gruppe. Die ca. 55 Interessierten fanden währenddessen Unterschlupf in der Johanneskirche, deren Namensgeber Johannes der Täufer ist. In dieser evangelischen Kirche wurde voller Freude das Lied „Dona nobis pacem“ (Gib uns Frieden) gemeinsam angestimmt.
Einige der Gäste waren etwas überrascht, dass es während der Stadtführung immer wieder „hoch und runter“ ging, denn in Plauen gibt es durchaus einige „Berge“ und „Täler“. Die bekannte Lebensweisheit: Der Weg ist das Ziel (Konfuzius) konnte bei dieser Stadtführung treffender nicht sein. Mit Sonnenschein wurde die Stadtführung beendet. Zur Erinnerung gab es für die Berliner Gäste ein Plauener-Spitzen-Taschentuch mit einem Knoten darin – ein Symbol, um sich an dieses besondere Wochenende gerne zu erinnern.
Am Pfingstmontag traten die Berliner ihre Heimreise wieder an und werden mit Sicherheit dieses Wochenende in guter Erinnerung behalten. Die Einladung, zu jeder Zeit wieder nach Plauen zu kommen, bleibt bestehen.
Cantus Mixtura
Der Berliner Chor Cantus Mixtura wurde im Jahre 2005 auf Basis einer privaten Initiative gegründet. Die Mitglieder sind allesamt keine professionellen Musiker, sondern Laien. Die Freude an der Musik, am gemeinsamen Singen und Musizieren – auch mit Kindern – steht dabei im Mittelpunkt. Der Chor selbst besteht aus ca. 30 Sängerinnen und Sängern und bringt sakrale und klassisische Musik sowie auch Oldies oder Evergreens zu Gehör. Die Sänger kommen fast ausnahmslos aus der ehemaligen Kirchengemeinde Berlin-Lichtenberg, die 2022 abgerissen wurde.
Die 1979 eingebaute Sauer Orgel op. 2099 wurde von der Orgelbaufirma Hüfken/Halberstadt in Berlin abgebaut, generalsaniert, für die neuapostolische Kirche in Plauen angepasst und Ende 2024 eingebaut. Seit Januar 2025 ist die Orgel in ihrer neuen Heimat spielbereit.
Neuapostolische Kirche