Vor dem Verlesen des Bibelwortes, überbrachte Apostel Wittich der Gemeinde den Gruß des Stammapostels, den er zum Jahresauftaktgottesdienst mit nach Luxemburg begleiten durfte.
Nach dem Bibelwort aus Lukas 2,49b: Wusstet ihr nicht, dass ich sein muss in dem, was meines Vaters ist? und dem Chorlied „Gemeinsam“ ging der Apostel zunächst auf dieses schwungvoll vorgetragene Lied ein, denn im Bibelwort ging es auch um Gemeinsam und Gemeinschaft mit Gott. Hintergrund ist die Begebenheit des zwölfjährigen Jesus im Tempel. Drei Tage hatten die Eltern ihr Kind gesucht, ihn schließlich im Tempel mitten unter den Lehrern gefunden. Sie machten ihm zunächst Vorwürfe, aufgrund ihrer großen Sorge um ihn – menschlich nachvollziehbar.
Mit seiner Selbstoffenbarung erklärte sich Jesus im Tempel als der Sohn Gottes. Seine innere Zugehörigkeit zum Vater, der Austausch mit den Geistlichen im Tempel und dass er in Gemeinschaft mit seinem göttlichen Vater stehen muss, als wahrer Mensch und wahrer Gott, war für ihn eine Notwendigkeit. Die Worte Jesu aus dem Bibelwort verstanden die Eltern nicht sofort, aber Maria behielt und bewegte die Worte in ihrem Herzen, worin anderen Situationen auch.
Der Tempel ist das Haus Gottes – in damaliger Zeit wie auch heute – wo Gott sich im Wort und Sakrament offenbart. Hier spricht er zu uns und wir können Gemeinschaft mit ihm haben mit den Menschen, die sich zu Jesus bekennen. Wir erwarten die Wiederkunft Jesu, die der Gemeinschaft aller Glaubenden der Kirche Christi verheißen ist, d.h. allen Christen, die auf seinen Namen getauft sind und sich zu ihm und seiner Sendung bekennen. Die Kirche Christi ist ein Ort der Geborgenheit, wo Nächstenliebe gelebt und Hoffnung geweckt wird sowie die Liebe Jesu zu verspüren ist. Das ist unsere Identität als Christen.
Apostel Petrus spricht davon, dass die Gemeinschaft der Christen durch den Glauben an Jesus Christus als lebendige Steine seinen geistlichen Tempel mitbauen (1. Petrus 2,4-5). Er ruft die Gemeinden damals zur Einheit, zur Gemeinschaft auf und das gilt auch heute noch. Wir Christen wollen deshalb weiterhin am Aufbau unserer Gemeinden aktiv mitarbeiten mit unseren Werken und Gaben und uns in unserem Leben am Wort des dreieinigen Gottes orientieren. Gemeinsam mit Gott.
Wie können wir das tun? Mit gemeinsamen Beten, mit Singen, einmal Fragen zu stellen oder mit der liebevollen Aufforderung: Komm doch in den Gottesdienst bzw. Komm doch wieder einmal in den Gottesdienst.
Wir dürfen auch mal für nur eine ganz bestimmte Person, für einen lieben Menschen beten. Gemeinschaft bedeutet aber auch, gemeinsam zu trauern und mitzuempfinden mit dem Nächsten, Achtung untereinander, Ruhe in der Seele zu finden und die Sakramente gemeinsam miteinander hinzunehmen. Ein Christ ist ein Gemeinschaftsmensch der die Zusammengehörigkeit der Christen untereinander in Gesprächen sucht und die Gewissheit verspürt: Hier werde ich geliebt ohne Ansehen der Person und ich erlange zu jeder Zeit Vergebung, weil ich ein von Gott geliebtes Kind bin.
Priester Gernot Seifert wurde letztmalig mit einer Co-Predigt an den Altar gerufen.
Das Sakrament der heiligen Versiegelung empfing Schwester Dagmar Siefert. Nach der Feier des heiligen Abendmahles wurden die Diakone Michael Grömke und Peter Born-Frontsberg sowie Priester Gernot Seifert in den Ruhestand gesetzt. Der Apostel hob deren Treue zum Herrn, ihre Bereitschaft Aufgaben zu übernehmen und das Dienen in der Gemeinschaft der Gemeinde hervüor. Anschließend wurden neue Amtsgaben für die Gemeinde mit der Priesterin Maria Lenk und den drei Diakonen Jens Treiber, Nils Treiber und Leon Sammler ordiniert. Welch ein Segen!
Nach dem Gottesdienst dankte der Plauener Gemeindevorsteher, Evangelist Ronny Glaß, dem Apostel im Namen der Geistlichen der Gemeinde für sein jahrelanges Engagement als Apostel, für sein unermüdliches Wirken an den Seelen und sein Bemühen um die neue Orgel. Ein Präsent und eine Miniaturausgabe der neuen Plauener Orgel wurde ihm überreicht. Dies unterstrich ebenfalls der Bezirksvorsteher, Bezirksevangelist Karsten Treiber, in seinen kurzen Dankesworten und übergab ihm ein kleines Präsent aus dem Kreis der Vorsteher des Kirchenbezirkes Plauen und einen Blumenstrauß – auch als Dank an seine Gattin Sabine, die ihm während seiner Amtszeit immer den Rücken freihielt.
Mit dem Lied „Singet dem Herrn ein neues Lied“ setzte der Chor mit der Orgel einen schwungvollen Abschluss unter diesen erlebnis- und segensreichen Gottesdienst.
Neuapostolische Kirche