Du bist bei mir

Einen segensreichen Sonntag bescherte der Besuch von Apostel Ralph Wittich der Gemeinde Plauen am 28. Januar 2024. Ein Diakon wurde in den Ruhestand gesetzt, ein Priester und drei Diakoninnen ordiniert sowie einem Paar der Silberhochzeitssegen gespendet. Den Segen zur Eisernen Hochzeit empfing ein Paar aufgrund des Gesundheitszustandes im Pflegeheim.

Das Chorlied „Gut, dass wir einander haben“ wird oft gesungen in Gemeinden, die der Apostel zu Ehejubiläen besucht. Trotzdem kann es nie als zu viel empfunden werden, drückt das Lied doch unsere menschlichen Befindlichkeiten aus: Gut, dass wir einander haben – trotz Unterschiedlichkeit in unserer Individualität, in Ansichten die manchmal auseinander gehen oder wir einmal streiten, um dann wieder zur Versöhnung zu kommen. Unser Ziel führt uns immer wieder auf den gemeinsamen Weg zusammen. 

Apostel Wittich ging auf das, dem Gottesdienst zugrunde gelegte Bibelwort aus Matthäus 28, 20 ein: Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. Berge galten in alter Zeit als Offenbarungsstätte Gottes, dort war er gegenwärtig. Jesus, der Auferstandene, gab seinen Jüngern auf einem Berg in Galiläa den Missionsbefehl im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes allen Völkern der Erde das Evangelium zu lehren, sie zu taufen und darauf zu achten, dass sie halten alles das, was Jesus den Jüngern befohlen hatte. Eine schwere Aufgabe für die Jünger jener Zeit, sie mussten sich durchkämpfen und durchsetzen in der Gesellschaft. Gott war aber zu jeder Zeit für die Menschen da, im alten wie im neuen Bund. Deshalb gab der Herr ihnen diese großartige Zusage: Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Gott hat in allen Zeiten seine Nähe und seinen Beistand den Menschen spüren lassen, denn nur er ist allwissend und allgegenwärtig und hat die Menschen niemals im Stich gelassen. In guten wie in schlechten Zeiten ist er an ihrer Seite, mit seiner Liebe und Barmherzigkeit und die Freude, die wir im Herzen haben, will er vermehren.

Schon der Psalmist beschreibt das: Führe ich gen Himmel, so bist du da; bettete ich mich bei den Toten, siehe, so bist du auch da. Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten. (Psalm 139, 8–10)

Diese Allgegenwärtigkeit Gottes schenkt uns Beistand und Nähe, egal wo wir uns hinbewegen oder uns in Sorgen, Nöten oder Bedrängnissen befinden – Gott ist immer da! Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich (Psalm 23,4). Welch ein Trost und eine Zuversicht steckt in diesen wenigen Worten! Der große Philosoph Immanuel Kant (1724–1804) soll gesagt haben, dass er in keinem Buch der Welt solch einen Trost und Zuversicht gefunden hat.

Jesus ist nicht gekommen um unsere Probleme zu lösen, sondern um uns beizustehen und zu begleiten, Hilfe und Orientierung zu geben auf dem Weg mit ihm, mit der Zusage auf Erlösung und Errettung.

Die Verheißung gilt bis in die heutige Zeit auch für uns. Wer nach dem Maßstab Jesu Christi lebt, der kann sich nur zum Guten verändern. Jesus gibt seiner Kirche heute die Zusage ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende, auch wenn wir meinen manches wird schlechter – nein, es wird nur anders. Kirche ist nichts Vollkommenes, weil unvollkommene Menschen in der Kirche sind, da machen wir keine Ausnahme. Wir müssen Jesus Christus nachfolgen, damit er uns begleitet und dazu brauchen wir Veränderung in unserer Unvollkommenheit. Ob Kirchenleitung oder Mitglieder – das gilt für jeden Glaubenden, denn jeder ist durch die Taufe mit Christus verbunden auf immer und ewig. Jedem Glaubenden gelten die Worte: ich bin bei dir (euch) alle Tage bis an der Welt Ende.

An dieser Zusage halten wir fest, denn sie endet nicht und hört nicht auf, wenn der Herr wiederkommt. Sie erstreckt sich bis zur neuen Schöpfung und beinhaltet die Vollkommenheit, die Erfüllung dieser Verheißung Jesu Christi.

Nach der Feier des Heiligen Abendmahls setzte Apostel Wittich Diakon Bernd Dorn nach knapp 31 Jahren Amtstätigkeit in den Ruhestand. Er würdigte ihn aufgrund seiner ruhigen und zuverlässigen Art als einen stillen Arbeiter im Weinberg des Herrn, der sich durch sein Pflichtbewusstsein besonders auszeichnete.

Im Anschluss ordinierte der Apostel drei Schwestern zu Diakoninnen und einen Diakon zum Priester für die Gemeinde Plauen. Den Diakoninnen Katrin Treiber, Cordula Rückriem und Marie Zimmermann sowie Priester David Lenk wünschte der Apostel Gottes Segen, viel Kraft und Zuversicht für ihre neuen Aufgaben.

Priester Klaus Sammler und seine Ehefrau Christiane erhielten den Segen Gottes zu ihrer Silberhochzeit. Apostel Ralph Wittich gab dem Ehepaar das Bibelwort aus Psalm 5, Vers 13 für ihre zukünftige Ehezeit mit auf den Weg: Denn du, Herr, segnest die Gerechten, du deckest sie mit Gnade wie mit einem Schilde.

Der Gottesdienst wurde umrahmt von einem Familienchor des Silberpaares, Instrumentalisten und Gemeindechor.

Es war ein großer Festtag für die Gemeinde!

Den Segen zur Eisernen Hochzeit spendete Apostel Ralph Wittich dem Ehepaar Priester i.R. Lothar Sprenger und seiner Frau Christa im Pflegeheim. Aufgrund ihres Gesundheitszustandes ist es Schwester Sprenger nur noch selten möglich, am Gottesdienst teilzunehmen. Lothar Sprenger war lange Jahre in der Gemeinde Leipzig-Plagwitz und nach seinem Umzug auch in Plauen als Priester tätig. Er kann auf ingesamt 48 Jahre Amtstätigkeit zurückblicken. Geschwister Sprenger waren in beiden Gemeinden immer ein starker Glaubenspfeiler gewesen – bis heute.

Bezirksevangelist Karsten Treiber, Vorsteher der Gemeinde Plauen, und der Bruder von Priester i.R. Lothar Sprenger, Bezirksevangelist i.R. Wolfgang Sprenger mit Ehefrau Margit (ehem. Kirchenbezirk Hof), nahmen an dieser kleinen Feierstunde teil. 

Der Segensspendung legte Apostel Wittich das Bibelwort Sirach 50,22 zugrunde: Nun dankt dem Gott des Alls, der große Dinge tut an allen Enden, der unsre Tage erhöht vom Mutterleib an und an uns handelt nach seiner Barmherzigkeit. Der Bibelvers bildete auch die Grundlage für das sehr bekannte Lied: Nun danket alle Gott! So steht großer Dank jeden Tag aufs Neue in den Herzen des Jubelpaares für die große Gnade und Liebe Gottes, die sie bis heute erfahren durften.